An diesem Nachmittag herrscht um kurz vor fünf in der Londoner Paddington Station reges Treiben. Mrs. Johanna Marbel hat sich noch den London Observer als Lektüre für die bevorstehende Fahrt nach St. Mary Mead besorgt. Gemeinsam mit dem Bahnmitarbeiter James Southcott geht sie auf dem Bahnsteig zu ihrem 1. Klasse-Wagen, in dem sie in einem komfortablen Abteil Platz nimmt. Pünktlich um 16 Uhr 50 startet der Zug nach Milchester.
Nachdem Mrs. Marbel es sich in dem Abteil gemütlich eingerichtet hat, nimmt sie einen Krimi aus ihrer Tasche, „Der Tod hat Fenster“, und beginnt mit der Lektüre, über der sie bei dem monotonen Rattern des Zuges wenige Minuten später einnickt.
Mit in diesem Abteil sitzen Lucy Fairmouse und Walter Dordon, zwei Jurastudenten im vierten Semester. Deren Gesellschaft stört Mrs. Marbel jedoch nicht, denn die beiden tragen Kopfhörer und sind pausenlos mit ihren Smartphones beschäftigt.
Kurz nachdem der Eilzug den Bahnhof von Barwell Heath ohne Halt passiert hat, wird Mrs. Marbel durch einen schnell fahrenden, entgegenkommenden Zug geweckt. Sie braucht einen Moment, bis sie wieder weiß, wo sie sich befindet.
Es wird so kurz vor halb sechs sein, als der Lokalzug nach Market Basing den Eilzug langsam überholt. Das gibt Mrs. Marbel Gelegenheit, in verschiedene Abteile des Lokalzuges zu sehen. Ein Geschäftsmann, der vor sich eine Zeitung liegen hat und ein Fischbrötchen in der Hand hält, möchte gerade hineinbeißen, erblickt jedoch Mrs. Marbel und hält sich deshalb zurück.
Im nächsten Abteil sitzt eine Familie. Als sie Mrs. Marbel erblickt, streckt ein kleines Mädchen ihre Zunge heraus, was Mrs. Marbel mit einer ebensolchen Geste beantwortet. Das kleine Mädchen drückt seine Nase an der Fensterscheibe platt, dann sieht Mrs. Marbel bereits in das nächste Abteil.
In diesem Moment klingelt das Mobiltelefon von Mrs. Marbel und sie ist abgelenkt. Mr. Stringer aus der Bibliothek von St. Mary Mead teilt ihr mit, dass das bestellte Buch, „Einfach Mord“, eingetroffen sei. Durch diese Ablenkung sieht Mrs. Marbel nicht, dass im vorbeifahrenden Zug ein Mann mit einem breitkrempigen Hut und schwarzen Lederhandschuhen eine blondhaarige Frau erwürgt. Auch Lucy und Walter bekommen hiervon nichts mit, da sie ihre Augen fest auf die Smartphones gerichtet haben und ihre Ohren vermutlich mit Musik berieselt werden.
Nur Sekunden später ist das Telefonat beendet, Mrs. Marbel sieht nun im überholenden Zug in ein Abteil, in dem augenscheinlich bereits leicht angetrunkene Fußballfans ihre Bierflaschen hochheben.
Um 18 Uhr 43 erreicht der Eilzug planmäßig Milchester, von wo aus Mrs. Marbel den Bus nach St. Mary Mead nimmt.
Drei Tage später liest Mrs. Marbel im Milchester Daily, dass im Schuppen von Rutherford Hall eine weibliche Leiche gefunden wurde. Inspektor Craddock von Scotland Yard hat der Zeitung mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen kein Interview gegeben.